Jiří Georg Dokoupil - LEOPARDOS Y BURBUJAS

18.09.2019 - 31.10.2019

Bilder der Ausstellung


Beschreibung

Die Galerie Jahn freut sich die bisher dritte Ausstellung von Jiri Georg Dokoupil mit dem Titel „Leopardos y Burbujas“ in Landshut zu eröffnen. 
Jiri Georg Dokoupil gehört zu den international bekanntesten und renommiertesten Künstlern seiner Generation. Er wurde 1954 in Krnov in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren und emigrierte als Kind mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Kunst in Köln und in New York. Er lebt und arbeitet vor allem in Madrid und Berlin und kann als der unermüdliche Erfinder von neuen Techniken und Stilen mit unzähligen Patenten beschrieben werden.

Als Gründungsmitglied der Kölner Künstlergruppe „Mülheimer Freiheit“ trug er wesentlich zur Begriffsbestimmung der Kunstrichtung „Neue Wilde“ bei. Diese propagierte einen neoexpressionistischen und plakativen Malstil. In dem Moment der weltweiten Anerkennung dieses neuen Malstils begann sich Dokoupil neuen Bildsprachen und Bildformen zuzuwenden. Er begann seinen Malstil wesentlich zu verändern und für sich selbst neue Bildtechniken zu entwickeln. In seinem Werk ging es seither um eine deutliche Alleinstellung und ein beständiges Ausweisen seiner persönlichen Bildsprache. Die von ihm entwickelten Bildtechniken wurden im Gesamtwerk erprobt, teilweise wieder aufgegeben und teilweise von ihm bis heute perfektioniert und weiterentwickelt. Für ihn geht es um künstlerische Entwicklungsprozesse und insbesondere die stetige Perfektionierung der Umsetzung seiner Bildideen und Bildtechniken. Diese ständige Arbeit am persönlichen künstlerischen Fortschritt ermöglicht es ihm fortwährend Bilder zu fertigen, die trotz ihrer konzeptuellen und technisch- methodischen Strenge, dynamisch und kräftig erscheinen. So ist über die Jahre eines der wichtigsten Werke innerhalb der heutigen Kunstgeschichte entstanden. 

In der aktuellen Ausstellung stellt er unter anderem eine Serie vor, die unter dem Titel „Leopardos“ zusammengefasst wird. Es sind mit Ruß auf Leinwand hergestellte Schwarzweißbilder auf teilweise farbigen Untergründen. Hierbei wird mit einer brennenden Kerze der Ruß als schwarze Farbe auf die über dem Künstler hängende Leinwand 


aufgetragen. Der Duktus des Farbauftragens ergibt sich durch die Handbewegungen des Künstlers mit der Flamme der Kerze. Das Ergebnis sind nahezu fotorealistische Bilder von Leoparden. Die Virtuosität der Handhabung dieser Bildtechnik führt zu einer Eleganz der Bilder die bestechend ist. Bilder dieser Art befinden sich in diversen internationalen Museen und wichtigen Sammlungen. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zum Thema Realismus. 

In einem zweiten Teil der Ausstellung werden Blasenbilder „Burbujas“ gezeigt. Die neuen großformatigen „Seifenblasenbilder“ sind Ergebnisse einer seit den frühen 1990er Jahren andauernden Forschungsarbeit. Es sind „alchemistische Verbindungen“ aus kostbaren Pigmenten und Seifenlauge die sich miteinander verbinden und deren Mischverhältnis über Jahre hinweg von ihm perfektioniert wurde. Dokoupil zeigt Ergebnisse von chemischen Prozessen in Form von betörend schönen Bildern. Diese Bilder verkörpern Ablagerungen und Resultate von Trocknungsprozessen. Sie sehen aus wie mit einem Mikroskop aufgenommene Molekülschichten und Elementarteilchen. Die daraus resultierenden, organischen Formen zeigen holographische Tendenzen und scheinen heute so geläufigen parametrischen Formfindungsprozessen zu entsprechen.